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Wildkräuter – altes Wissen neu entdeckt

Wildkräuter – altes Wissen neu entdeckt

Posted by tw-Schule in Allgemein 31 Mai 2017

Ein Blogbeitrag unserer geschätzten Dozentin Tanja Hemmerling-Seifert:

Wildkräuter und Heilpflanzen gehören schon seit jeher zu unserem Leben und zum Leben unserer Tiere dazu. Ganz genau waren es sogar die Pflanzen, die vor den Menschen und vor den Tieren auf der Erde waren. Tiere haben bewusst durch ihre Instinkte oder auch durch Erfahrungen spezielle Kräuter oder Pflanzen gezielt gesucht, die ihnen bei einer akuten Erkrankung halfen oder auch vorbeugend gegen eine Erkrankung geholfen haben. Fleischfresser haben überwiegend ihre pflanzliche Kost über den Magen-Darminhalt ihrer Beute aufgenommen aber wenn wir uns zum Beispiel unsere heutigen Katzen ansehen, so ist der Instinkt noch vorhanden zur Magen- und Darmreinigung Gras zu fressen. Der Wolf wurde oft in freier Wildbahn beobachtet wie er gezielt Beeren und Kräuter fraß. Kaninchen und Meerschweinchen sind von Natur aus Pflanzenfresser, hier kann eine gezielte Fütterung mit Wildkräutern bei einer Erkrankung oder auch vorbeugend sehr hilfreich sein. Auch Hamster, Chinchilla und andere Nager können sehr gut unterstützt werden.

 

Zurück zur Natur

Das sind nur kleine Beispiele, wo deutlich zu erkennen ist, das Wildkräuter und Heilpflanzen zu einer artgerechten Ernährung dazu gehören oder wir mit Hilfe der Pflanzenheilkunde Symptome einer Erkrankung lindern, sanft Schmerzen reduzieren und auf natürliche Weise die Gesunderhaltung fördern können, in dem wir das Immunsystem stärken und Kräuter als Kur verabreichen. Wildkräuter liefern auf natürliche Art und Weise fast alle lebensnotwendigen Vitamine, Mineralstoffe sowie Wirkstoffe, die zu spezielle Wirkungen im Körper auslösen, unterstützen oder animieren. Natürlich sind nicht alle Wildkräuter für jede Tierart geeignet, welches beim Hund zum Beispiel hilft, kann bei der Katze fatale Folgen haben. Die Wildkräuter und Heilpflanzen können als Begleittherapie zur Schulmedizin oder auch bei einer anderen alternativen Therapie, wie zum Beispiel bei der Mykotherapie oder auch bei der Tierhomöopathie ergänzend eingesetzt werden.

 

Nebenwirkungen bei einer schulmedizinischen Behandlung können sie reduzieren oder auch den Körper nach einer Behandlung mit Medikamenten (wie zum Beispiel nach Impfungen und Wurmkuren) auf sanfte Art entgiften und reinigen. Jedes Tier muss immer individuell ganzheitlich betrachtet werden und die Pflanzen müssen zum Tier und zu seinen Symptomen passen, damit die richtigen Kräuter verabreicht werden können. Aber auch sie benötigen ihre Zeit um zu wirken, zu lindern oder um eventuell sogar zu heilen.
Eventuell auftretende Nebenwirkungen müssen unbedingt beachtet werden, da jede Heilpflanze und jedes Heilkraut seine eigene Wirkung hat. Es kann natürlich auch vorkommen das es zu Unverträglichkeiten kommt oder eine Allergien gegen ein Wildkraut auftritt. Dann muss es sofort abgesetzt werden und gegen ein Alternativkraut mit ähnlicher Wirkungsweise ersetzt werden.

 

 

Die Wildkräuter können auf verschiedene Art und Weise angewendet werden. Die übliche Art zur inneren Anwendung ist in frischer oder getrockneter Form über das Futter, das heißt es wird kleingeschnitten mit unter das Futter gemischt oder bei Pflanzenfressern direkt zum Fressen angeboten. Einige Tiere mögen die Wildkräuter jedoch nicht pur in ihrem Fressen aufnehmenn, dann besteht die Möglichkeit diese als Tee zuzubereiten und anschließend, wenn er abgekühlt ist, mit unter das Futter zu mischen. Alternativ können selbst Kräuterpillen hergestellt werden, die man oral verabreichen kann.
Zur äußerlichen Anwendung können Tinkturen, Umschläge, Waschungen, Salben oder auch Kräutersäckchen selbst hergestellt und angewendet werden. Bei Atemwegserkrankungen kann eine Inhalation für das erkrankte Tier eine Erleichterung sein. Bei einigen akuten Erkrankungen empfiehlt sich bei fast allen Tieren die orale Gabe von hergestellten Tee, damit sie sofort und gezielt wirken können, zum Beispiel bei einer Magen- und Darmerkrankung. Kaninchen und Meerschweinchen mögen es auch sehr gern, wenn sie ab und zu einen Kräutertee anstelle von Wasser im Trinknapf angeboten bekommen.
Alle Wildkräuter und/oder Heilpflanzen sollten immer nur als Kur verabreicht werden, da diese sonst kontraproduktiv wirken können. Zu der Fütterung von Wildkräutern gehört ebenso die artgerechte Ernährung wie die artgerechte Haltung, damit sie eine Wirkung erzielen können.

 

Um die Wildkräuter und Heilpflanzen gezielt einsetzen zu können, sollte ein Basiswissen vorhanden sein, da die Verwendungsmöglichkeiten sowie die Anwendungsempfehlungen der einzelen Pflanzen und Tierarten sehr unterschiedlich sein können. Es darf auch nicht jede Pflanze bzw. nicht jedes Wildkraut in der freien Natur geerntet werden, da es besonders geschützt ist, unter Naturschutz steht. Zudem besteht die Gefahr einer möglichen Verwechslung mit einer giftigen Doppelgängerpflanze. Jede Heilpflanze, jedes Wildkraut hat seine eigene Zeit, wann sie geerntet werden können. Teilweise werden unterschiedliche Pflanzenteile einer Pflanze zu verschiedlichen Jahreszeiten geerntet. Genauso wichtig ist es die verschiedenen Aufbewahrungsmöglichkeiten zu kennen und was zu beachten ist, damit man sich einen kleinen Vorrat für den Bedarfsfall zu Hause anlegen kann. Das Schöne an den Wildkräutern ist, dass man die meisten leicht wiedererkennbaren Wildkräuter während des Spaziergangs sammeln kann. Die Natur hält alles für die Gesundheit unserer Tiere bereit, nur müssen wir wieder lernen sie zu nutzen und vor allem wieder zu schätzen. Denn sie sind ein sehr wertvolles Geschenk!

 

Wer von Tanja Hemmerling-Seifert mehr zum spannenden Thema aus der Phytotherapie lernen möchte, ist herzlich eingeladen sich zu einem ihrer Kurse anzumelden.

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