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Ätherische Öle für Katzen – geht das?

Katzen und Aromen - Fluch oder Segen?

Duftöle sind für Katzen giftig – sicherlich bist du über diese Aussage schon gestolpert und hast dich gefragt, was da dran ist. Ist es wirklich so gefährlich und kann es deiner Katze schaden, wenn du dir mal einen Duft gönnst? Unser Beitrag gibt dir darauf Antworten.

Vielleicht erinnerst du dich auch noch an Duftkerzen in den 80er/90er Jahren oder an das Stöfchen bzw. die Duftlampe. Man erwärmte mit einem Teelicht ein Duftöl. Mit nur wenigen Tropfen duftete (oder stank) der gesamte Raum (oder aber die gesamte Wohnung). Heutzutage gibt es Diffuser, sogenannte Vernebler (siehe Foto). Es sind kleine Luftbefeuchter, die neben Wasserpartikel die zugefügten Duftstoffe in die Raumluft transportieren.

Jeden Tag umgeben wir uns mehr oder weniger mit Düften – oft unbewusst. Und unsere Miezen nehmen alles viel feiner wahr. Denn sie besitzen einen sehr viel sensibleren Geruchssinn, ja haben sogar mit dem „Jacobson’sche Organ“ (Organum vomeronalse) ein zweites Riechorgan.

Die Aromatherapie ist eine wunderbare Therapieform, von der Mensch und Tier, in dem Fall die Katze, durchaus gemeinsam etwas haben können.

Ganz viel Inhalt und Wirkung

Prinzipiell ist es so, dass ätherische Öle die Durchlässigkeit der Zellemembranen von Lebewesen für Ionen beeinflussen. So können ätherische Öle Botenstoffe ausbremsen, die z.B. die Information „Schmerz“ transportieren. Das bedeutet, es werden weniger Schmerzsignale an die Nerven geschickt werden. Auch Gefühle (z.B. Emotionen im Zusammenhang mit Schmerzen) können über ätherische Öle beeinflusst werden, da Geruchsinformationen über das Limbische System verarbeitet werden. Es gibt also eine doppelte Wirkung: die Schmerzwahrnehmung wird beeinflusst, sowie der gefühlsmäßige Umgang mit dem Schmerz (z.B. von Angst hin zu Akzeptanz). Auch kann die Produktion von Hormonen wie Endorphin und Serotonin durch bestimmte ätherische Öle gefördert werden – d.h. ätherische Öle können entspannt und glücklich machen, ist das nicht klasse?

Sehr oft findet man Aussagen wie: „bloß keine ätherischen Öle bei Katzen anwenden. Das ist giftig für Katzen!“. Das stimmt so nicht.

Allerdings ist es schon so, dass wir einiges beachten müssen, wenn wir Katzen mit ätherischen Ölen begleiten. Der Stoffwechsel von Katzen kann z.B. Terpene und Phenole nur sehr schwer bis gar nicht verstoffwechseln. Selbst Nicole Zellmer, Aromaölexpertin und Katzenpersonal nutzt jene Öle, die diese Stoffe enthalten, nur sehr vorsichtig. Meist nur in einem Diffuser mit einer ausgesprochen geringen Dosierung über einen sehr kurzen Zeitraum. Und die Katzen haben immer die Möglichkeit die Räumlichkeit zu verlassen!

Terpene und Phenole - eine Gefahr

Öle, die eine höhere Menge an Terpenen und Phenolen enthalten sind:

Und wenn man z.B. zur Weihnachtszeit gerne Düfte nutzt, sind viele Mischungen leider künstlich hergestellt (enthalten also keine natürlichen Aromen) und zahlreiche Terpene und Phenole.

Nicht zu vergessen die Badezusätze… Wenn deine Katze gerne dabei ist, wenn du ein Anti-Stress-Bad nimmst, prüfe bitte was darin enthalten ist.

Das klingt total nach Spielverderber und ganz so ist es nicht. Denn man kann mit Aromen und Katzen tatsächlich arbeiten.

Bei Katzen sind Hydrolate eine gute Alternative. Hydrolate entstehen bei der Destillation ätherischer Öle. Da sie nur noch Spuren des jeweiligen ätherischen Öls enthalten, sind sie sanfter und daher sicherer in der Anwendung. Sie sind besser verträglich.

Und man kann sich aus natürlichen Aromen selbst z.B. Badezusätze herstellen…

Wie wendet man Aromen bei Katzen an?

Nicole lässt meist ihre Katze entscheiden, welches Öl sie braucht. Dazu sollte man jedoch ein gewisses Grundwissen zu den einzelnen Aromen haben. Wenn das Tier eher dominant ist, sollte man einen ausgleichenden, beruhigenden Duft wählen, gerade wenn es um eine Katzenzusammenführung geht. Sehr sensible, zurückhaltende Charaktere unterstützt man anders. Das heißt du brauchst ein paar Basics, damit du die Aromatherapie Zuhause vernünftig anwenden kannst. Das teilt Nicole in ihrem 30-Tage Workshop zur Aromatherapie mit allen, die es interessiert.

Wenn das passende Öl gewählt ist, kann man entweder das Öl über den Diffuser vernebeln lassen. Das ist die sogenannte Inhalations-Methode. Über die Atemwege nimmt das Tier oder nehmen die Tiere den Duft wahr. Aber auch topisch (über die Haut) oder sogar oral (ins Futter) könnte man Aromen zufügen. Letzteres jedoch bei Katzen nur in Begleitung eines Katzentherapeuten, der sich sehr gut mit der Aromatherapie auskennt und dich hier berät.

 

Es ist so eine schöne Therapiemöglichkeit, von der man selbst profitieren kann. Denn diese Duftapotheke ist ein toller kleiner Urlaub für einen selbst und eben auch für die Samtpfoten.

Sonja Tschöpe

Ich bin Sonja und das Herz von Tierisches-Wissen

Für dich und dein Tier teilen wir unser Expertenwissen in unseren Tierseminaren | Webinaren | Tiercoachings mit dir. Unsere Berufung ist es, dein tierisches Wissen rund um die Tiergesundheit, Tierernährung und das Tierverhalten zu erweitern. Und zwar so, dass du es leicht im Alltag einsetzen kannst und zum Juwel für dein Tier wirst.

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