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Die Fütterung bei Leishmaniose

Die Fütterung bei Leishmaniose

Posted by tw-Schule in Doris-Raemisch, Hund 23 Nov 2020

Doris Rämisch

Fütterung bei Leishmaniose

Die Ernährung des Hundes anpassen

Leishmania oder Leishmaniose ist eine sehr häufige Krankheit in Spanien. Es gibt Gebiete, in denen mehr als 20% der Hunde infiziert sind. Sie werden durch den Stich verschiedener Mücken infiziert. In Spanien gibt es zwei verschiedene Arten: Phlebotomus perniciosus und Phlebotomus ariasi. Diese Stechmücken sind sehr klein (etwa 2 mm) und fliegen fast geräuschlos. Diese Stechmücke überträgt den Parasiten Leishmania. Auch hier in Deutschland gibt es verschiedene Arten, aber in Spanien existiert nur Leishmania infantum.

Dieser Parasit dringt in den Körper des Hundes ein, und je nach seiner Immunreaktion zeigen sich viele verschiedene Symptome:

Wenn der Hund infiziert ist, müssen verschiedene Tests durchgeführt werden. Doch nicht jeder infizierte Hund muss krank sein bzw. es werden. Es kommt immer auf den Hund und sein Immunsystem an. Die Inkubationszeit kann bis zu sieben, acht Jahre betragen – eine sehr lange Zeit. Die Behandlung sollte immer von einem Tierarzt durchgeführt werden. Es gibt verschiedene Therapieformen, je nach Zustand des Hundes.

Der Blick auf die Fütterung bei Leishmaniose

Aus der Fütterungssicht gibt es jedoch bei der Diagnose Leishmaniose (und passend auf die jeweiligen Symptome,), kein spezielles Futter. Es gibt jedoch einige Futterbestandteile, die dem Hund helfen können, sich zu erholen.


Viele Hunde mit Leishmaniose nehmen das Medikament Allopurinol ein. Dieses Präparat beeinflust den Metabolismus von Purinen (eine nicht-essentielle Nukleinsäure), was bei manchen Hunden zur Bildung von Xanthinkristalle in der Blase oder Niere führen kann. Eine kleiner Check, ob der Hund Xanthinsteine oder Sediment ausscheidet, kann mit einem Urintest oder Ultraschall der Blase erfolgen. Um das Risiko dieser Kristalle/Steine zu senken, sollte das Futter möglichst wenig Purine enthalten, wenn der Hund zu Steinen neigt.


Die Nahrungsmittel mit den meisten Purinen sind Fleisch und Innereien. Der Hund braucht jedoch tierisches Eiweiß und tierische Fette. Eine vegetarische Kost ist also keine Lösung. Was können wir also für eine adäquate Ernährung für den Hund planen?

Kurz und knackig: Was kannst du tun?

Wenn Du barfst oder kochst, hast Du die besten Möglichkeiten auf die Fütterung gezielt einzugehen. Reduziere vor allem die Menge an Innereien auf ein Minimum und verwende im Allgemeinen Fleisch mit niedrigem Puringehalt (z.B. Huhn, Lamm, Kaninchen und Ente). Es gibt Anteile im Fleisch, die ebenfalls mehr Purine enthalten als andere, so zum Beispiel die Haut und Organe. Es ist sehr wichtig, qualitativ hochwertiges Eiweiß zu füttern, daher ist es nicht empfehlenswert, „Fleisch“ vom Pansen, Luftröhre oder bindegewebsreiches Fleisch zu verwenden. Es wird empfohlen gutes Muskelfleisch zu füttern, mit leichter Verdaulichkeit. Auch Fisch kann gut als Teil des Futters fungieren, wenn es ohne Haut verfüttert wird. Wenig Purin enthalten: z.B. Kabeljau, Seezunge, Hecht und Schellfisch. Verringere die Menge an Fleisch, indem es zum Teil durch Milchprodukte ersetzt wird. Und wenn es keine andere Möglichkeit gibt, kann eine größere als die normale Menge an Getreide oder Kohlenhydraten hinzugefügt werden.

Es gibt weitere Nahrungsmittel, die reich an Purinen sind und vermieden werden sollten, um keine Probleme mit Xanthinsteinen zu verursachen: Soja und Hefe. Hier beginnt das Problem, wenn Fertigfutter gegeben wird. Viele Futtermittel enthalten eine große Menge an Hefe und/oder Soja. Diese Zusätze sollten vollständig vermieden werden. Leider geben jedoch nicht alle Futtermittelhersteller ihre Inhaltsstoffe auf der Verpackung an. Somit ist nicht bekannt, ob das Futter Haut, Fleisch minderer Qualität oder viel Organfleisch enthält.

Weiterhin sollte auch die die Menge an Oxalat beachtetet werden, die in einigen Nahrungsmitteln enthalten ist. Hunde, die leicht Xanthinsteine entwickeln, haben auch ein höheres Risiko Oxalatsteine zu bilden. Viele Gemüse oder andere Lebensmittel enthalten Oxalat, zum Beispiel: Amaranth, Mangold, Spinat, Rote Bete und Petersilie. Auch darauf sollte bei der Auswahl des Fertigfutter  oder beim BARFEN geachtet werden.

Im Allgemeinen gibt es leider nicht viel Fertigfutter, die für eine purinarme Ernährung verwendet werden können. Ein selbstgemachtes Futter wäre viel empfehlenswerter, so dass das Futter auf jeden Hund und jedes Problem abgestimmt und spezialisiert werden kann.

Leishmaniose und Nierenprobleme

Weiterhin gibt es verschiedene gesundheitliche Probleme, die Hunde mit Leishmaniose aufzeigen können, zum Beispiel Nierenprobleme. In diesem Fall sollte sich die Fütterung auf letzteres konzentrieren und muss von einem erfahrenen Ernährungsberater oder Tierarzt (mit Kenntnissen über Ernährung) individualisiert werden.

Kurz gesagt, eine Ernährung bei Nierenproblemen sollte diese Komponenten enthalten:

Eine Sache, die man im Auge behalten muss: Die Symptome, die eine Leishmaniose zeigen kann, sind nicht wirklich die Parasiten, die diese auslösen, sondern das Immunsystem des Hundes selbst. Deshalb sollte das Immunsystem bei einem Leishmaniose-Patienten niemals zu stark stimuliert werden. Es gibt mehrere Nahrungsergänzungsmittel, die bei Leishmaniose jedoch eingesetzt werden können. Dazu zählen: Spirulina, Propolis, Omega-3-reiche Öle, MSM, Aloe Vera, Brennnessel, Hagebutte, Katzenkralle. Eine sehr interessante Pflanze ist die Pflanze Artemisia annua, es gibt Studien, die zeigen, dass sie dazu beitragen kann, die Menge der Leishmanien im Körper des Hundes und ohne sekundäre Probleme zu senken (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3389507/). Die Verwendung von Arzneipflanzen sollte aber immer in Absprache mit einem Tierheilpraktiker/Tierernährungsberater/Tierarzt erfolgen.

Das Resümee

Jeder Hund ist eine Welt und noch mehr ein Hund mit Leishmaniose. Es gibt leider keine allgemeine Leishmaniose-Fütterung. Aber meiner Erfahrung nach geht es den Hunden viel besser, wenn sie natürlich ernährt werden und in Verbindung mit ihrer tierärztlichen Behandlung, auf natürlichem Weg unterstützt werden. Wir haben drei Hunde, die positiv auf Leishmaniose getestet wurden. Zwei von ihnen wiesen in den letzten Jahren keinen positiven Titer mehr auf, die Dritte ist sehr stabil.

Leishmaniose ist nicht heilbar, man kann nur das Immunsystem so verbessern, das der Hund selbst sich diesem Parasiten stellen kann.

Ein Artikel von Doris Rämisch

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