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Umwelteinflüsse auf Tiere

Umwelteinflüsse auf Tiere

Posted by tw-Schule in Allgemein 13 Jun 2016

Ein Blogbeitrag unserer geschätzten Dozentin, Tierärztin Dr. med. vet. Silke Stricker:

Die Nadel im Heuhaufen

Im vergangenen Sommer wurde ich zu einem kleinen Ponybestand gerufen. Alle Tiere waren seit einigen Wochen ohne ersichtlichen Grund krank, hatten Hautausschläge, Nesselsucht, verloren ihr Fell, hatten dicke Beine. Kollegen hatten erfolglos behandelt und wussten nicht weiter. Hm, was tun? Ich fragte nach und erfuhr, dass alle Ponys zeitgleich Symptome bekommen hatten. Bisher war dieser interessante Punkt niemandem aufgefallen. Also musste der Verursacher bei allen der gleiche sein. War es das Futter? Das Wasser? Der Stall? Die Einstreu? Die Weide? Alles war beim alten. Schulmedizinische Behandlungen? Keine. Die Ursachensuche gestaltete sich sprichwörtlich wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Ich betrachtete die Umgebung des Ponyhofes und die in sattgelbe Getreidefelder eingebetteten Weiden. Mir kam ein Gedanke: wurden die Felder vor kurzem gespritzt? Ja, etwa 2 Wochen, bevor die Symptome auftraten. Ob damit die Nadel im Heuhaufen gefunden war? Der Verdacht lag nahe. Die Ponys bekamen also eine naturheilkundliche Unterstützung der entgiftenden Organe (Darm, Leber und Niere). Schon nach 3 Tagen waren erste Besserungen zu sehen. Nach ein paar Wochen war den Ponys nichts mehr anzumerken.

Ein zweiter Fall, wieder ein kleiner Pferdebestand. Alle Tiere machten einen properen und munteren Eindruck, hatten aber deutlich erhöhte Leberwerte. Der Haustierarzt war mehrfach vor Ort und hatte die Pferde untersucht und behandelt, das Problem blieb. Die Pferde wurden pferdegerecht gefüttert und standen auf gesunden, artenreichen Weiden, die frei von Giftpflanzen waren. Die Besitzerin hatte im Vorjahr neue Wassergefäße angeschafft, nämlich einige große Maurerkübel. Es wird oft diskutiert, ob diese nicht giftige Stoffe wie Weichmacher etc. in das Wasser abgeben, welche die Leber schädigen können. Gerade, wenn es sich – wie hier – um Importware handelt, sollte man vorsichtig sein, denn für die Inhaltsstoffe gibt es keine Deklarationspflicht. Die Kübel wurden durch lebensmittelechte Behälter ersetzt, die Pferde bekamen eine phytotherapeutische Lebertherapie. Bis heute sind die Leberwerte im Referenzbereich. Den Pferden geht es gut.

 

Diese beiden Fälle zeigen uns Therapeuten, dass auch die Umwelt unsere Tiere krankmachen kann. Ein Blick über den Tellerrand lohnt sich!

„Umwelteinflüsse auf Lebewesen werden oftmals unterschätzt und übersehen!“

Silke Stricker

Was Silke Stricker hier berichtet, konnten so einige von uns bereits beobachten. Da bildet sich ein Hotspot beim Hund just nachdem er durch ein frisch gespritztes Feld gelaufen ist. Oder aber der Hund kratzt sich auffällig oft, nachdem sich im Garten gewälzt wurde. Hier wurde der Garten zwar nicht behandelt, doch das direkt am Garten liegende Feld bei leichtem Wind, der einige der Spritzpartikel in den Garten trug und zu einer schönen zarten, nicht wahrnehmbaren Schickt auf dem eigenen Rasen führte. Unschön, aber kaum vermeidbar. Deshalb ist es wichtig sich auch über mögliche Ursache aus dem Umfeld Gedanken zu machen – in diesem Fall Umwelteinflüsse. Dr. med. vet. Silke Stricker hat den Pferdepatienten durch „Entgiftung“ gut helfen können.