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Überleben als Tierheilpraktiker

Überleben als Tierheilpraktiker

Posted by tw-Schule in Berufskunde, Sonja-Tschoepe 10 Mrz 2020

Sonja Tschöpe

Überleben als Tierheilpraktiker

Langfristig erfolgreich sein - wie es klappt!

„Ich werde Tierheilpraktiker/in!“ Was kann es Schöneres geben, als mit Tieren zu arbeiten? Eher selten abgestandene Büroluft. Kaum ein dauerklingelndes Telefon. Keine nervigen Bürokollegen. Stattdessen mit Tieren und ihren Besitzern „abhängen“. Nach den Untersuchungen noch etwas durchs Fell des Tierpatientens kraulen, während man die Verlaufsgeschichte der Erkrankung anhört. Ja, ein wirklich schöner Traumberuf.

Wusstest Du, dass eine nicht gerade geringe Anzahl an tierisch Tätigen nach wenigen Jahren meist nebenberuflicher Tätigkeit das Handtuch schmeisst und den Traum an den Nagel hängt? Und das aus sehr einfachen Gründen. Es ist nämlich völlig egal, ob Dein Traumberuf mit Tieren oder mit Zahlen zu tun hat. Ob Du Maler, Coach oder Zugführer werden möchtest. Stimmen die Einnahmen nicht, kannst Du von dem was Du täglich Nine to Five tust nicht leben. Da es wohl keinen Vermieter gibt, der einen kostenlos wohnen lässt und auch die nette Dame im örtlichen Supermarkt für die nötigen Lebensmittel Geld möchte, heißt das nur eines: Dem Nachgehen, was Dein Überleben sicher gewährleistet.

"Hey Sonja, ich will diese Weltuntergangs-Theorie nicht lesen!"

Das ist mir klar und deshalb möchte ich jetzt aus dem Nähkästchen plaudern und Dir meine drei Geheimwaffen an die Hand geben, wie Du es als tierisch Tätiger schaffen kannst, mit Deinem Tun erfolgreich zu Wachsen.

 

1. Hochwertige Ausbildung

Alles steht und fällt mit Deiner Ausbildung. Und hier das für Dich geeignete Institut zu finden kann bei der Fülle der Schule nicht ganz einfach sein. Aber es ist nicht unmöglich. Und bevor Du Dich irgendwo einschreibst solltest Du Dir darüber im Klaren werden, was Du eigentlich werden willst. Nein, Tierheilpraktiker zählt nicht als Antwort. Hier wäre es sinnvoll, wenn Du Dir von vorneherein überlegst, was Dir liegt. Welche Tierart möchtest Du behandeln? Ist das entschieden prüfe bitte, wie viele solcher Kolleg/innen in Deinem näheren Umkreis bereits sind. Es macht keinen Sinn, wenn Du mit Deiner Praxis genau das abdeckst, was der Rest bereits anbietet.

 

2. Spezialisierung

Und damit kommen wir zu meinem zweiten Tipp, den ich für ausgesprochen wichtig halte. Spezialisiere Dich! Auf eine Tierart oder auf eine Therapieform. Lege den Fokus darauf, wo drin Du Experte sein möchtest. Wenn Du zum Beispiel viele Jahre mit älteren Hunden verbracht hast, die leider allesamt Krebs hatten und bei denen Du durch eine hochwertige Ernährung und den gezielten Einsatz von Vitalpilzen o.ä. eine deutliche Lebensverlängerung erreicht hast, liegt doch auf der Hand, wie Dein Weg sein sollte: Du wirst Tierheilpraktiker für Tiere mit dem Schwerpunkt Krebs. Und das bedeutet dann aber auch, dass Du hochwertige zusätzliche Fachfortbildungen rund um diese Thematik in Dich aufsaugen solltest.

 

3. Was nichts kostet, ist nichts wert!

Es ist völlig irrelevant, wie lange Du mit Deiner Praxis schon auf dem Markt bist. Du darfst Dich nie unter Wert verkaufen. Fang bitte nicht mit Einführungspreisen an, damit die Leute zu Dir kommen. Überlege Dir vernünftig, wie lange Du für eine Anamnese brauchst, was on top noch für die Therapieempfehlung angesetzt werden muss und überlege Dir dann einen vernünftigen Stundensatz. Und nur weil der Kollege im Nachbardorf 20 Euro für eine Therapieempfehlung samt Anfahrt und Abfahrt nimmt, heißt das noch lange nicht, dass Du in ähnlichen Preisgefilden unterwegs sein musst.

Ja, es gibt sehr viele Tierheilpraktiker die unterirdisch unterwegs sind. Doch können sie davon leben? Glaubst Du ernsthaft sie müssen davon leben? Eher weniger! Meist sind das nebenberuflich Tätige, die gar keine Ambition haben darin vollstelbständig zu werden. Und genau jener Kreis macht letztlich den Markt kaputt bzw. es Dir schwer Deinen eigenen Wert von Beginn an verlässlich zu finden. Und nein, Preisfindung gehört für mich mittlerweile an den Anfang, noch ehe man den Vertrag für seinen Berufswunsch unterschreibt. Schließlich musst Du auch als hauptberuflich festangestellte Person mit festem Einkommen wissen, was Du ggf. zeitlich und somit auch von den Nebeneinkünften schaffen kannst. Mit dieser Erstkalkulation kannst Du in den späteren nächsten Schritt gehen und prüfen, ob Du ganz in die Selbständigkeit springen kannst oder aber ob Du zumindest die Stunden der Festanstellung herunterschrauben könntest.

"That´s it?"

Mit den drei Punkten hast Du wichtige Grundlagen geschaffen. Letztlich muss Dir aber klar sein, dass Du – egal wie Du nach der abgeschlossenen Ausbildung als tierisch Tätiger starten wirst – Selbständiger sein wirst! Wie heißt es so schön: Man arbeitet selbst und ständig. Das habe ich zu Beginn auch gemacht und auch versucht permanent erreichbar zu sein. Mittlerweile kann ich das nicht mehr. Denn jeder Mensch benötigt einen gewissen Freiraum, in dem er zur Ruhe kommt und sich von seiner Arbeit erholt, egal wie schön diese ist.

Wer mit Lebewesen arbeitet, kommt bedingt durch die Geschichte, die jedes Tier mit sich bringt, auch gerne an seine eigenen Grenzen. Eben wenn es heißt das man nicht mehr helfen kann, obwohl man alles dafür getan hat. Oder wenn Tiere plötzlich sterben, obwohl die Diagnose eigentlich „larifari“ war. Somit benötigt man selbst auch ein Stückweit ein dickes Fell, um langfristig nicht an dieser Berufung kaputt zu gehen.

Generell muss ich für mich sagen, dass ich mir keine schönere Berufung vorstellen könnte. Und ich bin mir sicher, dass wenn Du es richtig anstellst, am Ende zu genau dem gleichen Resümee kommen wirst.

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